Du bist dein wichtigstes Asset: Warum Pausen zu deiner Arbeit gehören!
Pausen schieben wir gern auf: erst noch die eine Aufgabe, dann der nächste Anruf. Und plötzlich ist der halbe Nachmittag vorbei. Dabei sind wir als Selbstständige, neben unserem Angebot, unser wichtigstes Asset.
Heute starte ich eine vierteilige Serie zum Büro-Ikigai, denn dein Arbeitsalltag wird von viel mehr bestimmt als von Büroorganisation. Los geht es mit einem Thema, das oft als Erstes hinten runterfällt: der Selbstfürsorge. Am Ende bekommst du eine kleine Idee mit, wie du Pausen ganz ohne Extrazeit fest einplanst.
Inhaltsverzeichnis
Die Podcast-Episode zum Artikel
Was ist das Büro-Ikigai und warum beginnen wir mit der Selbstfürsorge?

Dein Arbeitsalltag wird von sehr viel mehr bestimmt als "nur" von Büroorganisation, und irgendwie hängt auch alles zusammen.
Damit man all das nicht aus den Augen verliert, arbeite ich zum Beispiel in meinem Kleingruppen-Mentoring für selbstständige Frauen, dem Business-Struktur-Club, mit dem Büro-Ikigai. Mehr dazu findest du in meinem Artikel vom 16. September 2026.
Ikigai ist ein japanisches Wort und bedeutet so etwas wie „das, wofür es sich lohnt, morgens aufzustehen“. In der westlichen Berufswelt sucht man es dort, wo vier Dinge zusammentreffen: was du liebst, worin du gut bist, wofür du bezahlt werden kannst und was die Welt braucht.
In dieser Schnittmenge liegt eine Tätigkeit, die Sinn stiftet, zu deinen Stärken passt, gebraucht wird und dein Einkommen sichert.
Ich habe daraus ein eigenes Ikigai für den Büroalltag von Selbstständigen entwickelt. Die Mitglieder im Club bekommen es von mir direkt zum Beginn ihrer Mitgliedschaft, damit sie es immer vor Augen haben. Denn keinen dieser Bereiche dürfen wir vernachlässigen, sonst kippt es irgendwann.
Die vier Zonen sind:
Zone of Genius: deine Kernarbeit
Backoffice-Fundament: Struktur und Systeme
Zeit-Schutzschild: rund 40 Prozent Puffer im Kalender und die stille Stunde, also feste Fokuszeiten
Selbstfürsorge: deine mentale und körperliche Gesundheit
Heute geht es um die Selbstfürsorge, denn sie wird meiner Erfahrung nach als Allererstes hinten angestellt, sobald es stressig wird. Danach folgen Backoffice, Struktur und Systeme, dein Zeit-Schutzschild und zum Schluss deine Kernarbeit.
Warum landet die Selbstfürsorge so oft ganz hinten?
Warum ist das so? Warum vernachlässigen wir uns selbst so oft als Erstes, obwohl wir als Selbstständige, neben unserem Angebot und ein paar technischen Voraussetzungen, die man eben braucht, unser wichtigstes Asset sind? Sind wir krank oder fallen wir aus, können wir unser Angebot nicht anbieten.
Wie stark das zutrifft, hängt natürlich davon ab, wie du arbeitest. Hast du schon Online-Angebote, für die du nicht mehr vor Ort sein musst, sieht es vielleicht anders aus. Stehst du aber in deinem Laden und bist die einzige Person dort, wird es schnell schwierig.
Genau darauf möchte ich dich aufmerksam machen:
Nimm dich als festen Bestandteil deines Business wahr, als deine wichtigste Arbeitskraft.
Ob in meiner Sprechstunde, im Club oder bei meinen Büroservice-Kunden, ich sehe es wirklich oft. Sobald es stressig wird oder man ausgebucht ist, passiert eines: Man vernachlässigt sich selbst als Erstes. Und das soll doch wirklich nicht so sein!
Mir ging das genauso, und ich musste es erst lernen. Wenn meine Kunden einen wichtigen Auftrag haben und ich weiß, der muss fertig werden, dann mache ich das natürlich. Bei mir war es dann so, dass ich zuerst meine eigenen Beiträge und Inhalte vernachlässigt habe, denn ich musste ja alles irgendwie in meinen Alltag unterbringen. Und wenn die Zeit dann nicht reicht, fällt heute der Spaziergang aus, morgen auch und übermorgen auch.
Plötzlich fällt genau das weg, was wir für uns brauchen, um gesund und fit zu bleiben, um gut arbeiten zu können und mental in guter Form zu sein. Und das geht schneller, als man „Pause“ sagen kann. Pause. Das ist das Stichwort. Denn eine regelmäßige Pause ist der erste Schritt zur Selbstfürsorge.
Bei mir waren es also zuerst meine Inhalte und dann der Blick auf mich selbst. Ich musste mir dann erst wieder hart erarbeiten, Rituale zu finden, die in meinen Alltag passen. Dahin sollst du gar nicht erst kommen, dass du nur noch funktionierst und gar nicht mehr auf dich schaust.
Woran merkst du, dass es Zeit für eine Pause ist?
Es gibt mehrere Anzeichen dafür, dass du einen Stopp einlegen solltest. Am besten gewöhnst du dir gleich an, diesen Stopp regelmäßig zu machen. Denk einmal an den Stundenplan von Schul- oder Kindergartenkindern: Die Pause ist dort ein fester Bestandteil. Bei uns Erwachsenen, vor allem als Selbstständige, leider oft nicht mehr.
Du merkst es zum Beispiel daran, dass du deine Mittagspause auf später verschiebst. Oder du sagst dir: „Ich mache nur noch das eine fertig“, und dann denkst du: „Jetzt ist es ohnehin schon egal, da kann ich gleich am Schreibtisch sitzen bleiben.“ Spätestens dann ist es wirklich Zeit für eine Pause.
Wir gewöhnen uns wahnsinnig schnell daran, dass die Pause nicht so wichtig ist. Aber sie ist wichtig!
Du brauchst Zeit, um deinen Kopf auszuschalten, wieder frisch und konzentriert zu werden, vielleicht auch wieder kreativ zu sein.
Das geht nicht, wenn wir nur durchackern und gar nicht mehr auf uns achten. Irgendwann bist du so erschöpft, dass nichts mehr geht. Dann merkt es jeder, nicht nur du. Und spätestens, wenn du nicht mehr zur Arbeit gehen kannst, ist der schlimmste Fall eingetreten. Aber so etwas blenden wir eben gern aus.
Deshalb möchte ich dir heute vor allem eines mitgeben: Du bist nicht allein. Das geht ganz vielen so, und es ist kein persönliches Versagen. Es ist schlicht unser Alltag heutzutage.
Wenn ich daran denke, wie verschoben alles ist: Aus meiner Kindheit kenne ich noch diese feste Taktung. Der eine Laden hatte mittags zu, der andere machte um 18 Uhr zu, und man wusste eben, wann man wohin gehen kann. Diese Taktung ist uns in unserer modernen Welt meiner Meinung nach verloren gegangen. Dazu kommt, dass wir heute größtenteils alle berufstätig sind und uns um so vieles kümmern müssen. Dazu kommt das Thema Mental Load, also an was wir alles denken müssen.
Davon müssen wir loskommen und ein bisschen Selbstfürsorge fest in unseren Alltag einbauen.
Ich weiß, heute habe ich mal wenig zu Büroorganisation und Backoffice gesagt. Aber mir ist das wirklich wichtig, denn:
Wenn du nicht mehr funktionierst, funktioniert irgendwann auch dein Geschäft nicht mehr so gut, weil du nicht mehr so gut arbeiten kannst.
Pausen sind keine Belohnung, sondern Wartungszeit
Deshalb möchte ich dir einen kleinen Perspektivwechsel mitgeben: Erlaube dir Pausen und Zeit für dich. Komm weg von dem Gedanken, dass du dir diese Pause erst verdienen musst. Sie sollte ein fester Bestandteil deines Tages sein.
Denk zum Beispiel an deinen Laptop. Er hat einen Akku, und wenn der leer ist, ist er leer. Ist der Laptop kaputt, bringst du ihn zur Reparatur. Ist der Akku leer, lädst du ihn auf. Auch du musst dich rechtzeitig wieder aufladen. Laptop und Handy gehen aus, wenn der Akku leer ist, deshalb hängst du sie rechtzeitig an die Steckdose. Dein Auto bringst du ja auch zur Wartung. Manche Leute passen auf ihr Auto besser auf als auf sich selbst.
Eine Pause ist keine Belohnung, die du dir erst verdienen musst. Sie ist deine Wartungszeit.
Diese Pausen sind quasi deine Wartungszeit, und die solltest du unbedingt haben.
Wie bekommst du Pausen fest in deinen Alltag?
Gerade für uns Selbstständige ist das oft schwierig, denn wir haben keinen Arbeitgeber, der uns Pausenzeiten vorgibt. Wir müssen uns selbst darum kümmern. Deshalb mein Tipp für dich:
Behandle deine Pausen wie einen Kundentermin und trag sie dir mit Uhrzeit und Dauer in deinen Kalender ein.
Das hat gleich mehrere Vorteile. Hast du ein Buchungssystem, kann dort niemand mehr in deine Pause hineinbuchen. Das erlebe ich nämlich ziemlich oft: „Ach, da meldet sich schon keiner an.“ Ich sperre diese Zeiten dann nicht, und schon ist die Mittagszeit ausgebucht. Mir ist wichtig, dass du dich selbst genauso ernst nimmst und einen Termin mit dir machst.
Wie lang soll die Pause sein?
Das musst du selbst herausfinden. Ich würde sagen, eine halbe Stunde sollte es schon sein. Wenn ich an meine Tochter denke: Im Jugendarbeitsschutzgesetz sind je nach Arbeitszeit bis zu einer Stunde Pause vorgeschrieben, das kannst du auch so machen. Bei mir liegt es meist irgendwo dazwischen, zwischen 30 Minuten und einer Stunde.
Was machst du in dieser Pause?
Zur Mittagspause gehört natürlich dein Mittagessen. Nutze die Zeit aber auch, um ein bisschen runterzufahren. Das muss nicht lange sein: Geh vielleicht eine Runde um den Block. Manche machen ein kleines Mittagsschläfchen, legen sich fünf Minuten hin und passen auf, dass es nicht zu lang wird. Für mich wäre das der Tod, ich kann das überhaupt nicht. Würde ich mich mittags hinlegen, wäre der Tag für mich gelaufen. Du siehst, das ist höchst individuell.
Ich gehe gern fünf bis zehn Minuten auf meine Terrasse, genieße die Sonne, trinke ein Tässchen Kaffee, und dann geht es zurück an den Schreibtisch. Im Winter gehe ich lieber zehn Minuten nach draußen: nicht lange, nur zum Verschnaufen, ein bisschen frische Luft und Bewegung, bevor ich in die nächste Runde starte. Wichtig ist nur, dass du auf dich schaust und wirklich einmal zur Ruhe kommst.
„Aber ich habe überhaupt keine Zeit für eine Pause.“
Das glaube ich nicht. Wenn du dir anschaust, was alles anfällt, lässt sich so ein halbes Stündchen bestimmt irgendwie unterbringen. Es muss ja nicht pünktlich um 12 Uhr sein. Es kann auch um 11 oder 13 Uhr sein, es arbeitet ja keiner gleich.
Und du musst nicht immer erreichbar sein.
Schütze diese Zeit. Es gibt Anrufbeantworter, Kontaktformulare und E-Mail. Bei mir steht das Telefon fast immer auf Anrufbeantworter. Während eines Mentorings kann ich nicht drangehen, sonst würde ich die Person, die mich gerade gebucht hat, allein sitzen lassen. Auch bei Telefonaten und Videomeetings arbeite ich inzwischen fast nur noch mit Terminen. Das kannst du auch machen, und es macht deinen Alltag viel leichter. Du kannst besser einschätzen, was du vorhast und wie viel Zeit du hast, und genau dieses Einschätzen fehlt vielen immer wieder.
Und wenn du bisher zu denen gehörst,
die gar keine richtige Pause machen, die am Schreibtisch essen und den ganzen Tag durchrödeln: Fang klein an. Du musst keine Stunde machen. Vielleicht reicht für den Anfang eine Viertelstunde, die du dir für dich nimmst, um ein bisschen runterzufahren.
Fazit
Jetzt habe ich dich ganz schön zugetextet und Werbung für die Pause gemacht. Deshalb gestehe ich gern: Ich habe diese Podcast-Episode kurz vor meiner eigenen Mittagspause aufgenommen und mich danach ganz bewusst verabschiedet, bevor ich an die Bearbeitung gegangen bin.
Wenn du dir eine feste Pause einplanst, schafft das Struktur und Raum für dich, nicht nur für deine To-dos. Nach einer Weile wirst du feststellen, wie viel besser du arbeiten und deinen Tag planen kannst, wenn dein Kopf wieder frei ist.
Beim nächsten Mal geht es wieder mehr um Bürothemen. Wir nehmen unser Büro-Ikigai noch einmal zur Hand und schauen uns an, warum Struktur und ein funktionierendes Backoffice so wichtig sind, damit alles ineinandergreift.
Schau dir den Business-Struktur-Club unverbindlich an!
Vielleicht magst du dich einmal im Business-Struktur-Club umsehen. Zur kostenlosen Info-Veranstaltung habe ich immer wieder die Rückmeldung bekommen: „Ich würde es mir gern anschauen, aber an dem Tag habe ich schlicht keine Zeit.“ Deshalb habe ich etwas Neues für dich: Du kannst dir diesen Einblick jetzt dauerhaft und für 0 Euro als Video sichern und ganz unverbindlich hineinschauen, was wir im Club machen.
Im Club sind wir eine kleine Gruppe mit maximal 10 Plätzen. Du kannst jederzeit einsteigen, solange noch Plätze frei sind.
Möchtest du einfach mal ausprobieren, wie sich eine feste Fokuszeit in deinen Alltag einfügen könnte? Dann komm ins offene Coworking, zum Fokus-Freitag. Wir treffen uns freitags um 9 Uhr und arbeiten drei Stunden lang gemeinsam und jeder für sich, sehr fokussiert. Die meisten haben tolle Ergebnisse, und ich höre eigentlich nur positive Rückmeldungen.
Und jetzt du: Wie hältst du es mit deinen Pausen? Schreib es mir gern in die Kommentare.





Kommentare