Mehr Motivation als Selbständige/r im Homeoffice | #31

Viele von uns kennen dieses Gefühl, nach einem (längeren) Urlaub wieder motiviert mit der Arbeit durchzustarten. Da sind auch wir Selbständigen nicht ausgenommen. V.a. im Homeoffice kann der Übergang von Urlaub zu Arbeit manchmal schwerfallen.

Deswegen möchte ich heute einmal darüber sprechen, wie wir unsere Motivation im Homeoffice wieder zurückgewinnen können.

Eigentlich ist es ja ganz einfach. Denkt man. Man arbeitet zu Hause, kann sich seine Zeit frei einteilen. Aber die Motivation hält sich in Grenzen.

Ja, auch ich bin nicht immer super motiviert. Auch ich habe einmal einen Durchhänger und habe so gar keine Lust, mich morgens um 5.30 Uhr an den Schreibtisch zu setzen. Vor allem nach entspannten Urlaubstagen ist dies manchmal gar nicht so einfach.

Aber: Mit den richtigen Rahmenbedingungen kommt man ganz schnell wieder in den Takt. 

Verändern Sie die Rahmenbedingungen – um Ihre Motivation zu erhalten!

Eine schöne Umgebung

Bei mir ein sehr wichtiger Punkt. Ein ordentlicher Schreibtisch mit einer leeren Arbeitsfläche mit einer schönen Atmosphäre, die nicht ablenkt. Dafür braucht es nicht unbedingt ein großes Arbeitszimmer. Da ich aktuell und auf absehbare Zeit kein separates Arbeitszimmer haben werde, habe ich mir meine Büroeckeeben so eingerichtet, dass ich mich dort wohlfühle, dort in meine Arbeit eintauchen kann und durch nichts abgelenkt werde. Hierfür eignen sich Pflanzen, Raumteiler usw.

Auch eine gute Ausstattung des Arbeitsplatzes  – Homeoffice hin oder her – trägt viel zur Motivation bei. Denn wenn ich mich schon an den alten Klapperstuhl quälen muss, dann kann die Motivation gar nicht steigen.

Lerche oder Eule? Die richtige Uhrzeit

Der Vorteil von vielen Online-Selbständigen – auch mir: Man ist an keine festen Bürozeiten o.ä. gebunden. Nutzen Sie dies – soweit möglich – schamlos aus. Arbeiten Sie frühmorgens, wenn Sie Frühaufsteher sind oder nutzen Sie den Abend, wenn Sie eher zur Nachteule tendieren. 

Die richtige Arbeitsweise

Mir persönlich bringt ein gutes Projektmanagement enorm viel – auch, wenn ich alleine vor mich hin arbeite. Ich persönlich arbeite mit dem deutschen Projektmanagement-Tool Meistertask*. So habe ich immer den Überblick, was überhaupt zu tun ist und kann meine Kapazitäten gut eingrenzen/einschätzen.

Das alleine bringt aber auch nichts, wenn man von der Anzahl der Aufgaben schier “erschlagen” wird. Deshalb:

  • Teilen Sie in Ihre Aufgaben in kleinere Unteraufgaben ein. So sehen Sie schnellere Erfolge und bleiben dran – statt mitten in einem endlos scheinenden “Gewaltakt” zu sitzen…
     
  • “Eat the Frog” – Arbeiten Sie zuerst, bevor Sie irgendetwas anderes beginnen, die unangenehmsten Dinge ab, um sich anschließend um die angenehmeren Arbeiten zu kümmern. Es ist einfach ein tolles Gefühl, diese ungeliebte Aufgabe hinter sich zu haben und sich den schönen Dingen zu widmen.

  • Pomodoro oder Zeitblöcke? Das müssen Sie leider selbst herausfinden. Hier gibt es kein Für und Wider – nur persönliche Vorlieben und beide Systeme haben Ihre Tücken. 

    Aber: Versuchen Sie doch einmal beide Methoden zu kombinieren! Setzen Sie sich Zeitblöcke (z.B. einen Vormittag lang administrative Aufgaben erledigen) und verbringen Sie diese Zeit in Pomodoro-Häppchen! 

Freude an der Arbeit lässt das Werk trefflich geraten.
Aristoteles

Allein oder im Coworking?

Viele Menschen, die alleine im Homeoffice arbeiten, hadern nach einer Weile damit, immer alleine im Büro zu sein, keine Kollegen zu haben usw. Um dies zu vermeiden, habe ich folgende Vorschläge:

  • Coworking
    Haben Sie schon einmal versucht – zumindest ab und zu – in einem Coworking Space zu arbeiten? Ein kleiner Plausch mit Gleichgesinnten in der Kaffeeküche inbegriffen?

    Übrigens: Coworking geht auch virtuell: Verabreden Sie sich doch beispielsweise einmal wöchentlich, um beispielswiese über Zoom gemeinsam zu arbeiten.
  • Gemeinsame Mittagspause
    Wenn Sie die Möglichkeit, ab und an in Coworking zu betreiben, nicht nutzen möchten oder können: Wie wäre es damit, sich z.B. einmal in der Woche zum Mittagessen zu verabreden, sich ein Stündchen in einem Bistro zu treffen oder eine Runde spazieren zu gehen?

In der Praxis umgesetzt

Nun haben Sie einige Vorschläge gehört/gelesen, die sich alle gut anhören. Nun aber die Frage, was davon ist gut für Sie persönlich? 

Beobachten Sie sich! Was sind Ihre Vorlieben? Was hat sich vielleicht schon in der Rückschau bewährt? Was ist Ihnen wichtig und wo liegen Ihre Prioritäten?

Wie ist das bei mir?

Portrait Martina Lankes - Bürodienstleisterin mit Leib und Seele

Ich bin eine Frühaufsteherin, liebe es, wenn morgens die Wohnung noch ruhig ist und ich erst einmal in Ruhe durchatmen kann, bevor der Trubel des Tages beginnt. Mich stört es aber auch, wenn unerledigte Arbeit herumliegt, wenn beispielswiese der Geschirrspüler befüllt werden muss usw. So etwas habe ich dann in meinem Hinterkopf ….

In meinem Alltag handhabe ich es so, dass ich um fünf Uhr aufstehe, mich fertigmache, meinen Arbeitsbereich gut durchlüfte – ich liebe das – und mich dann erst einmal eine gute Dreiviertelstunde lang an den Schreibtisch setze, meinen Tag plane und auch schon den einen oder anderen Schreibauftrag abarbeite. 
Danach ist Brotdosen vorbereiten und Frühstücken mit der Familie angesagt. Sind die Kinder aus dem Haus, wird etwas Hausarbeit erledigt und spätestens um 8.30 sitze ich dann wieder am Schreibtisch – jetzt kann ich ungestört arbeiten, bis die Mädchen wieder aus der Schule zurückkommen. Hier versuche ich, die Zeit effizient zu nutzen, denn am Nachmittag gibt es immer wieder Unterbrechungen, beispielsweise durch das Kontrollieren von Hausaufgaben, Bring- und Abholdienste, das Ausfragen von Vokabeln usw. Zudem möchte ich auch aktiv Zeit mit meinen Kindern verbringen.

Fazit: Ja, ein bisschen Disziplin ist nötig. Aber viel Disziplin kann man durch Motivation ersetzen, wenn man die richtigen Rahmenbedingungen schafft. Diese Rahmenbedingungen können natürlich auch immer wieder angepasst werden, wenn sich die Bedürfnisse ändern, z.B. weil die Kinder größer werden, sich Tätigkeitsfelder oder auch die Wohnsituation ändern. 

Wichtig ist, dass man sich selbst gut einschätzen kann und die Freiheit, die das Homeoffice bietet, gekonnt einsetzt!

Und nun: Frohes Schaffen!

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