Zum Diktat – Vom Audio zum Word-Dokument | #39

Wissen Sie eigentlich, dass ich während der Schulzeit noch Stenographie gelernt habe? Lange ist’s her und heutzutage kann ich nur noch wenig entziffern.

Heutzutage braucht man Stenographie wohl auch nur noch selten – im Parlament wird aber beispielsweise noch stenographiert.  Ansonsten werden Diktate inzwischen v.a. am PC verarbeitet. Aber muss man heutzutage überhaupt noch selbst transkribieren?

Texte diktieren und von anderen schreiben lassen, das ist noch immer gefragt. Allerdings hat sich die Technik in den letzten Jahrzehnten in großem Maße weiterentwickelt:

Das Diktiergerät: Eine bahnbrechende Erfindung

Ein Diktiergerät ist ein Audiorekorder zur Aufnahme von Sprache. Das erste Diktiergerät wurde 1877 von Thomas Alva Edison in Form des Phonographen erfunden. Allerdings war das Gerät nicht alltagstauglich, da die benutzte Aluminiumfolie leicht riss und schnell unbrauchbar wurde.

1886 erhielten Alexander Graham Bell, sein Cousin Chichester Bell und Charles Sumner Tainter ein Patent für das Graphophon, das die Stimme auf Wachszylinder aufzeichnen konnte. Auch Carl Lindström baute ab Ende 1898 einen Phonographen, der Edison-Wachszylinder abspielen konnte. 

Verbreitet haben sich Diktiergeräte allerdings erst nach der Jahrhundertwende, als 1904 der Edison Business Phonograph auf den Markt kam.

Im Vergleich zu den modernen Kleinstgeräten waren die Geräte damals sehr groß und unhandlich. Trotzdem revolutionierten sie die Arbeitsabläufe vornehmlich in den Chefbüros. Denn ab sofort konnte man auch diktieren, wenn das Personal nicht vor Ort war.

Eine entscheidende Verbesserung war die Aufzeichnung mit magnetisierbaren Speichermedien aus Kunststoff – v.a., weil die Geräte nun tragbar wurden und beispielsweise auch auf Reisen benutzt werden konnten. Zuerst wurde noch auf Tonband mit einem Durchmesser von 20 cm, später mit bandbetriebenen Compact Cassetten, Mini- oder Microcassetten gearbeitet und im Laufe der Jahre wurden die Diktiergeräte auch immer kleiner.

Analoge Geräte sind heute zwar immer noch im Einsatz, wurden jedoch immer mehr von digitalen Geräten verdrängt. 

Heutzutage wird vorwiegend digital diktiert!

Die Entwicklung digitaler Diktiergeräte begann Mitte der 90er Jahre und 1997 wurde das SpeechMike von Philips auf den Markt gebracht.

Heutzutage werden hauptsächlich digitale Diktiergeräte genutzt. Denn die Verarbeitung ist einfach, die Geräte klein. Es gibt Geräte in allen Preisklassen und für verschiedene Nutzergruppen. Häufig wird auch das Smartphone zum Diktieren verwendet, wofür seit ca. 2015 auch sehr professionelle Diktierapps verfügbar sind.

Zu guter Letzt setzen sich immer mehr auch automatische Spracherkennungs-Tools durch, die das Transkribieren für uns Menschen übernehmen sollen.

Quelle: Wikipedia

Aber warum dann "per Hand" transkribieren?

Ich muss zugeben, die Software ist heutzutage schon sehr gut! Und einige meiner Kunden arbeiten auch schon mit (teurer) Spracherkennungs-Software vor, so dass ich die Texte nur noch korrigiere. Wieso also schreibe ich dann immer noch per Hand?

Ganz einfach: Wer auf der Tastatur schnell schreiben kann, spart kaum Zeit ein, wenn er einen automatisch generierten Text korrigiert! Denn es erfordert ebenfalls eine hohe Konzentration, den Text Wort für Wort anzuhören, gleichzeitig mitzulesen, plötzlich innezuhalten, an die passende Stelle zu springen, um evtl. ein Wort zu korrigieren. Dagegen ist ein flüssiges Schreiben eines diktierten Textes oft genauso schnell – je nach Qualität des spracherkannten Transkripts. Und teilweise muss ich dabei richtig lachen!

Zum Schluss: Highlights aus der Welt der automatischen Spracherkennung

Ein kleines Wort kann manchmal ganz schön viel ausmachen. Und neben den bekannten Fehlern, wie z.B. „ein“ und „kein“, habe ich hier einige Fundstücke aus meinem Arbeitsalltag für Sie:

  • laut polizeilicher Unfallbeteiligung
    (Richtig: Unfallmitteilung)
  • Diese Viren nur noch gerichtlich …
    (Richtig: wären)
  • die witzige schweizerische Versicherungsgesellschaft
  • Ende des diskursiven Druckers
    (Richtig: Ende des Kursivdruckes)
  • Frau G
    (Richtig: VV RVG)
  • Geboren
    (Richtig: Gebühren)
  • Schreiben an den Rechtsschutzversicherer des Bekannten
    (Richtig: Mandanten)
  • 1,2 Tennis Minus Gebühr
    (Richtig: Terminsgebühr)
  • eine wehrhafte Beeinträchtigung der Klägerin
    (Richtig: dauerhafte)
  • Galgenfrist der Klägerin
    (Richtig: Klagefrist)
  • Neun Träumer Versicherung
  • Im Regen
    (Richtig: Im Übrigen)
  • auf Vordermann
    (Richtig: auffordern)
  • Schreiben an den Beamten
    (Richtig: Mandanten)
  • Der grassierende Bus
    (Richtig: passierende)
  • zur kurz lästigen Beendigung
    (Richtig: kurzfristigen)

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